VERBUND verdoppelt Leistung seines Kraftwerks Kaprun

22.02.2006Wien

Der VERBUND, Österreichs führendes Elektrizitätsunternehmen, wird die Leistung seines ältesten großen Wasserkraftwerks, Kaprun, das vor 50 Jahren in Betrieb ging, durch den Bau des neuen Pumpspeicherwerks „Limberg II“ mehr als verdoppeln: von derzeit 353 auf 833 Megawatt. Der „Startschuss“ dafür wurde heute im Aufsichtsrat der VERBUND-Wasserkraft-Tochter VERBUND-Austrian Hydro Power AG (AHP) gegeben.

Mit dem 365 Mio. Euro kostenden „Limberg II“ wird die Stromversorgung Österreichs zu Spitzenverbrauchszeiten ab dem Jahr 2012 noch besser gesichert. Die Inbetriebnahme des ersten der beiden Maschinensätze ist für Herbst 2011, der Vollbetrieb für März 2012 geplant.

„Limberg II wird mit seiner Leistung von 480 MW einen wichtigen Beitrag zur sicheren Stromversorgung leisten, denn rund 10 Prozent der in Österreich benötigten Netzleistung zu Spitzenverbrauchszeiten werden vom neuen Kraftwerk erzeugt“, erklärte AHP-Vorstandsvorsitzender Herbert Schröfelbauer.

Der Bau von Limberg II wirkt sich aufgrund der hohen Umwegrentabilität positiv auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt der gesamten Region aus. Das Projekt birgt einen Beschäftigungseffekt von rund 800 zusätzlichen Beschäftigten pro Jahr.

„Das neue Pumpspeicherwerk wird landschaftlich sehr verträglich, nämlich komplett unterirdisch in Kavernen errichtet. Nach der Fertigstellung wird von außen nur das Zufahrtstor der Maschinen- sowie der Transformatorenkaverne zu sehen sein“, erklärt AHP-Vorstandsdirektor Michael Amerer. Mit der ökologischen Bauaufsicht wird das Institut für Ökologie in Salzburg beauftragt, das bereits während der gesamten Planungsphase in das Projekt mit eingebunden war.

In der ersten Bauphase werden sämtliche Bauvorbereitungsmaßnahmen durchgeführt. Unter anderem werden die erforderlichen Zufahrtstunnel errichtet. Denn die Baufahrzeuge müssen in der zweiten Bauphase, wenn die Kavernen errichtet werden, in einem mehr als fünf Kilometer langen Tunnelsystem zur Baustelle beim Krafthaus Limberg gelangen.

Die Bauaktivitäten werden die Bewohner und den Tourismus in der Region kaum beeinträchtigen, da die Baustelle von Kaprun aus nicht sichtbar und auch nicht hörbar sein wird. Die Kapruner Hochgebirgsstauseen „Wasserfallboden“ und „Mooserboden“ werden im Sommer weitgehend ungehindert erreichbar sein.