VERBUND mit rückläufigem Ergebnis im ersten Halbjahr 2010

27.07.2010Wien

VERBUND präsentiert für die Quartale 1-2/2010 ein rückläufiges Ergebnis: Umsatz, Operatives Ergebnis und Konzernergebnis gingen - gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 - aufgrund geringerer Wasserführung und schwacher Stromhandelspreise zurück.

In den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres entwickelten sich die Geschäftszahlen von VERBUND wie folgt: Die Umsatzerlöse fielen um 5,1 % auf 1.582,0 Mio. €, das Operative Ergebnis sank um 28,4 % auf 382,3 Mio. €, und das Konzernergebnis reduzierte sich um 41,6 % auf 210,3 Mio. €.

Wirtschaftserholung wirkt mit Zeitverzögerung
Zwar beginnt sich die Wirtschaft in Europa langsam zu erholen; auch in der Energiebranche mehren sich positive Anzeichen: Der Stromverbrauch der Industrie steigt wieder, die europäischen Großhandelspreise für elektrische Energie nehmen leicht zu. Deutlich positive Auswirkungen auf das VERBUND-Ergebnis sind jedoch erst mit zeitlicher Verzögerung zu erwarten. Grund dafür ist die Absicherungsstrategie der Strom-Eigenerzeugung, wovon der größte Teil jeweils ein Jahr im Voraus verkauft wird. Dadurch wirkt sich auch die Wirtschaftskrise auf das VERBUND-Ergebnis mit Verzögerung aus.

Trotz der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnte die VERBUND AG im Quartal 2/2010 wesentliche Schritte zur Optimierung der Kapitalstruktur sowie zur Ergebnisverbesserung setzen.

Eigenerzeugung aus Wasserkraft sank um 7,6 %
Besonders negativ auf das Halbjahresergebnis des Wasserkraft-Unternehmens wirkte sich die stark unterdurchschnittliche Wasserführung der Flüsse aus. Der Erzeugungskoeffizient lag im ersten Halbjahr 2010 mit 0,92 um 8 % unter dem vieljährigen Durchschnitt und um 15 % unter dem besonders hohen Vorjahreswert. Infolge des 2009 getätigten Erwerbs bayerischer Innkraftwerke begrenzte sich der Verlust der VERBUND-Stromerzeugung aus Wasserkraft auf 7,6 %.

Neben der schwachen Wasserführung wirkten sich vor allem die unverändert relativ niedrigen europäischen Großhandelspreise für Strom negativ auf das Ergebnis aus. Diese sind zwar seit kurzem in einem leichten Anstieg begriffen, notieren aber weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Positive Effekte aus einer nachhaltigen Preissteigerung werden aufgrund der Hedging-Strategie großteils erst in Folgeperioden erwartet.

Optimierung der Kapitalstruktur
Aufgrund der unverändert schwierigen Rahmenbedingungen setzt der VERBUND auch weiterhin stark auf Konzentration, Einsparungen und Effizienzsteigerung. Intensiv wird an weiteren Maßnahmen zur Optimierung der Kapitalstruktur sowie zur Ergebnisverbesserung gearbeitet. Ein erstes Ergebnis ist die bereits im Quartal 1/2010 angekündigte 50-%-Beteiligung der EVN am albanischen Wasserkraftwerk Ashta.

Darüber hinaus konnte im Juni 2010 eine erste Beteiligungstranche an den im August 2009 erworbenen bayerischen Innkraftwerken verkauft werden: Bereits bei der Übernahme im Jahr 2009 hat der VERBUND im Sinne der regionalen Kooperation angeboten, bis zu 30 % an bayerische Partner abzugeben. Nach langen intensiven Vorarbeiten und Verhandlungen haben die 17 Gesellschafter der Innkraft Bayern GmbH & Co. KG nun einen Anteil von 3,4 % erworben. Über die Abgabe weiterer Beteiligungstranchen wird verhandelt.

Kapitalerhöhung geplant
Mit Zustimmung einer außerordentlichen Hauptversammlung im September würde die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung geschaffen, die dem VERBUND zusätzliche Flexibilität bei der Umsetzung des langfristigen Investitionsplans unter gleichzeitiger Sicherung einer soliden Kapitalstruktur und eines soliden Ratings gebe. Die Vertreter des Mehrheitseigentümers Republik Österreich stehen einer Kapitalerhöhung von rund 1 Mrd. € positiv gegenüber und würden diese mit rund 500 Mio. € mittragen. Der VERBUND plant, die Kapitalerhöhung in diesem Jahr durchzuführen. Der genaue Zeitpunkt wird im Wesentlichen vom Marktumfeld abhängen.

Priorität für Investitionen im Heimmarkt
Die Investitionen im Heimmarkt Österreich wird der VERBUND unverändert fortsetzen, insbesondere in die zukunftssichere, langfristig profitable Wasserkraft. Priorität genießen die plangemäß in Bau befindlichen Kraftwerke Limberg II und Mellach sowie die Vollendung des 380-kV-Österreich-Leitungsrings. Für das Projekt des Pumpspeicher-Kraftwerks Reißeck II wurde im Quartal 2/2010 der Baubeschluss gefasst.

Ausblick
Für das Gesamtjahr 2010 erwartet der VERBUND - unter der Annahme einer durchschnittlichen Wasserführung im zweiten Halbjahr 2010 sowie einer weiteren Stabilisierung der Großhandelspreise - im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang im Operativen Ergebnis und im Konzernergebnis von etwa 25 %. Die Dividende wird sich an einer Ausschüttungsquote von 45 bis 50 % orientieren.