Kraftwerksprojekt Limberg II: Fortsetzung der Prüfung und Projektierung

22.02.2005Wien

Der ständig steigende Bedarf nach Ausgleichs- und Regelenergie in einem sich entwickelnden europäischen Strommarkt zwingt die VERBUND-Austrian Hydro Power AG (AHP) - Österreichs größter Stromerzeuger aus umweltfreundlicher Wasserkraft - über die Ausweitung ihrer Kraftwerkskapazitäten nachzudenken. Eines der interessantesten Projekte dabei: die Erweiterung der Kraftwerksgruppe Kaprun um ein modernes Pumpspeicherkraftwerk.

Mit dem Grundsatzbeschluß des Aufsichtsrates, Prüfung und Projektierung fortzusetzen, tritt das Projekt Limberg II nun in eine neue, entscheidende Phase.

Durch das moderne Pumpspeicherkraftwerk Limberg II mit einer Kapazität von 480 Megawatt könnte die Leistung der Kraftwerksgruppe Kaprun nahezu verdoppelt werden (von bislang 505 auf 985 Megawatt). Mit einem Investitionsvolumen von rund 365 Millionen Euro würden wertvolle wirtschaftliche Impulse nicht nur für die Region sondern für ganz Österreich geschaffen werden.

„Der Bedarf nach modernen Pumpspeicherkraftwerken wie Limberg II ist in den letzten Jahren überproportional gestiegen. Speziell der forcierte Ausbau der dezentralen, alternativen Energieerzeugungsformen, wie beispielsweise der Windkraft, hat eine rege Nachfrage nach neuen Produkten und Qualitäten, wie Ausgleichs- und Regelenergie, mit sich gebracht, um einen sicheren und stabilen Netzbetrieb zu gewährleisten“, erklärt der Vorsitzende des Vorstands der AHP, Dr. Herbert Schröfelbauer. Warnende Beispiele wie die großen Blackouts in den USA und Italien, aber auch die Beinahe-Ausfälle Anfang des heurigen Jahres in Österreich, haben uns sehr drastisch vor Augen geführt, daß auch hier in Europa ein dringender Handlungsbedarf gegeben ist.

Die AHP steht zu Ihrer Verantwortung, ihren Beitrag für eine sichere Stromversorgung in Österreich, auch in einem europäischen Kontext, zu leisten und die gewohnt hohen Standards auch langfristig zu sichern. Durch das Projekt Limberg II wird die Kraftwerksgruppe Kaprun, einst ein Symbol für den Wiederaufbau Österreichs in der Nachkriegszeit des 2. Weltkriegs, gemäß den aktuellen Anforderungen des Strommarktes erweitert. Bereits Anfang der 70er Jahre wurden verschiedenste Möglichkeiten zur Leistungssteigerung untersucht, die im Jahr 1994 letzten Endes in der wasserrechtlichen Bewilligung für ein Kavernenkraftwerk nahe der Limbergsperre mündeten, das jedoch angesichts der anstehenden Liberalisierung des Strommarktes zum damaligen Zeitpunkt vorerst nicht mehr in Angriff genommen wurde. „Aufgrund der bereits beschriebenen geänderten Rahmenbedingungen und Entwicklungen des europäischen Strommarktes hat sich die AHP aber nunmehr entschieden, das Projekt Limberg II wieder aufzunehmen“, ergänzte Mag. Michael Amerer, Mitglied des Vorstandes der AHP.

Aufbauend auf der bereits bestehenden wasserrechtlichen Bewilligung werden durch die Projektverantwortlichen als Erstes alle nötigen Schritte unternommen, um die noch ausstehenden notwendigen behördlichen Bewilligungen und Genehmigungen einzuholen. „Wir werden dabei selbstverständlich alle Daten genauestens analysieren und prüfen und eng mit den Behörden kooperieren. Das Projekt ist natürlich nur dann realisierbar, wenn alle behördlichen Auflagen erfüllt werden können. Wir sind sehr zuversichtlich, daß wir dazu in der Lage sind“, betont Schröfelbauer. Nach Abschluß der Vorarbeiten soll im Frühjahr 2006 mit dem Bau begonnen werden. Nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2011 können bis zu 144 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Speicher Mooserboden über einen 5,4 Kilometer lange Druckstollen durch zwei Maschinensätze mit je 240 Megawatt Leistung im Turbinen- oder auch im Pumpbetrieb abgearbeitet werden.

Wie sehr schon bei der Projektierung auf den möglichst schonenden Umgang mit der Natur Rücksicht genommen wird, zeigt die Planung von Limberg II. Das gesamte Kraftwerk mit Druckstollen und Turbinen wird unterirdisch errichtet werden und auch sonst würden sich die Eingriffe in die Natur in Grenzen halten, da die beiden notwendigen Speicherbecken - Mooserboden und Wasserfallboden - bereits vorhanden sind. Für Anrainer und Touristen wäre nur das Eingangsportal zur Kaverne sichtbar. „Auch für die Baustellenaufschließung planen wir einen neuen Tunnel, der vom Bereich der Gletscherbahn-Parkplätze bis in die Kaverne führt“, so AHP-Vorstand Mag. Michael Amerer.